Die Tipps des Teams
Vier Städte, vier historische Hauptstädte, die die Geschichte des kaiserlichen Marokko erzählen. Fès, Marrakesch, Rabat und Meknès verkörpern das Erbe der großen Dynastien, die das Königreich geprägt haben. jede von diesen Städten mit einer eigenen Persönlichkeit und beeindruckenden Bauwerken. Ihre Altstädte gehören zum UNESCO Welterbe, mit prachtvollen Palästen, monumentalen Toren und symbolträchtigen Bauwerken.
Von der vermutlich ältesten durchgehend betriebenen Universität der Welt in Fès, der Universität Al Qarawiyyin, bis zu den prächtigen Gärten und Palästen von Marrakesch, von den Stadtmauern von Meknès bis zu den Art déco Vierteln in Rabat. Jede dieser Städte hat ihren eigenen Charakter und spiegelt zugleich die frühere Größe des marokkanischen Imperiums wider. Diese jahrhundertealten Städte laden dich zu einer Reise zwischen Tradition und Gegenwart ein, wo uralte Handwerkskunst auf eine lebendige, gut bewahrte Kultur trifft.
Königsstädte in Marokko: Was man sehen und wissen sollte
Die königlichen Städte Marokkos: ein einzigartiges Erbe
Die Bezeichnung „königliche Städte“ steht für vier ikonische Städte Marokkos: Fès, Marrakesch, Rabat und Meknès. Jede von ihnen war im Laufe der Geschichte Sitz einer großen Dynastie und damit Hauptstadt des Reiches. Sie sind Symbole für Macht, Kultur und ein beeindruckendes historisches Erbe.
Mit jeder Dynastie entstanden neue Prachtbauten: majestätische Paläste, monumentale Moscheen, Medersas (Koranschulen) und andere eindrucksvolle Gebäude, die ihre Herrschaft sichtbar verewigen sollten. Diese Bauwerke prägen bis heute das Stadtbild und verleihen den vier Städten ihre außergewöhnliche Ausstrahlung.
Diese Tradition lebt noch immer weiter: Der König von Marokko besitzt in jeder dieser Städte einen Palast, ein sichtbares Zeichen ihrer anhaltenden historischen und politischen Bedeutung.
Wenn du dieses historische Erbe wirklich intensiv erleben möchtest, kannst du es ideal mit einer größeren Marokko Reise verbinden: zum Beispiel, indem du auf einem Roadtrip die jahrhundertealten Routen zwischen den Städten bereist.
Fès: die Wiege der marokkanischen Zivilisation
Eine jahrtausendealte Geschichte
Fès wurde 789 von Idris I. gegründet und ist die älteste der königlichen Städte Marokkos. Ihre Blütezeit erlebte die Stadt unter der Meriniden-Dynastie im 13. und 14. Jahrhundert, als sie zu einem der bedeutendsten intellektuellen und künstlerischen Zentren der islamischen Welt aufstieg. Bis heute gilt Fès als spirituelle und kulturelle Hauptstadt des Landes.
Die Highlights von Fès
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Medina Fès el-Bali: Als UNESCO Weltkulturerbe ist sie der größte autofreie Stadtraum der Welt, mit über 9400 gewundenen Gassen. Es ist ein echtes Labyrinth, in dem sich selbst Einheimische manchmal nur mit Google Maps zurechtfinden.
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Medersa Bou Inania: Ein Meisterwerk der Meriniden-Architektur, bekannt für ihre farbenfrohen Zellij-Kacheln und kunstvoll geschnitzten Holzdecken.
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Moschee und Universität Al Qarawiyyin: 859 gegründet und damit die älteste noch aktive Universität der Welt, ein wahres Zeugnis von Geschichte und Wissen.
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Chouara-Gerbereien: Einer der ikonischsten Orte in Fès, wo Jahrhunderte alte Techniken seit dem 9. Jahrhundert lebendig gehalten werden. Den besten Blick auf das Farbenspektakel bekommst du von den Dachterrassen der umliegenden Lederwarenläden.
Marrakesch: dort wo die Wüste auf den Atlas trifft
Von der Gründung bis zum Glanz
Marrakesch wurde 1062 von den Almoraviden gegründet und verdankt seinen Beinamen „rote Stadt“ den Stampflehmwehranlagen, die die Stadt umgeben. Ihre strategische Lage machte sie zu einem wichtigen Knotenpunkt der Sahara-Karawanen, was ihren außergewöhnlichen architektonischen und kulturellen Reichtum bis heute erklärt.
Die Highlights von Marrakesch
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Place Jemaa el-Fna: Ein einzigartiger Ort auf der ganzen Welt, wo Geschichtenerzähler, Schlangenbeschwörer und Orangensaftverkäufer ein buntes Treiben entfalten.
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Majorelle-Garten und Yves Saint Laurent Museum: Eine blaue Oase mitten in der Stadt, die zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Marrakesch gehört.
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Saadier-Gräber: Meisterwerke des spanisch-maurischen Kunststils, die jahrhundertelang vergessen blieben und erst 1917 wiederentdeckt wurden.
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Bahia-Palast: Das gesamte marokkanische Kunsthandwerk in einem einzigen Gebäude vereint, ein beeindruckendes Zeugnis traditionellen Könnens.
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Koutoubia-Moschee: Die größte Moschee Marrakeschs überragt die gesamte Stadt und soll sogar als Vorbild für die Giralda in Sevilla gedient haben.
Rabat: wo Tradition auf Moderne trifft
Die Geschichte einer Wiedergeburt
Rabat wurde 1912 unter dem französischen Protektorat zur Hauptstadt ernannt und hat es seitdem geschafft, sein historisches Erbe zu bewahren und gleichzeitig eine moderne Metropole zu werden. Seit 2012 gehört die Stadt zum UNESCO Weltkulturerbe und gilt als Vorbild für eine gelungene Stadterneuerung, bei der jahrhundertealtes Erbe und lebendige Gegenwart nahtlos ineinandergreifen.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Rabat
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Hassan-Turm: Das Wahrzeichen der Stadt sollte ursprünglich zur größten Moschee der Welt gehören. Ein Erdbeben im 18. Jahrhundert stoppte den Bau, doch der unvollendete Turm ist bis heute eines der eindrucksvollsten Monumente Rabats.
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Mausoleum Mohammed V.: Ein Meisterwerk marokkanischer Architektur, das die Gräber von König Mohammed V. und seinen beiden Söhnen beherbergt. Die goldene Kuppel, die fein gearbeiteten Skulpturen und der gepflegte Garten machen diesen Ort zu einem Platz stiller Ehrfurcht. Die königliche Wache in traditioneller Uniform verleiht dem Besuch einen feierlichen Charakter.
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Kasbah der Oudayas: Eine echte Oase der Ruhe mit üppigen Gärten und Häusern mit blau-weißen Fassaden.
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Chellah: Eine faszinierende Meriniden-Nekropole, in der islamische und römische Geschichte aufeinandertreffen.
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Art Déco Viertel im Stadtzentrum: Ein beeindruckendes Architekturensemble aus der Kolonialzeit, das eine andere, moderne und elegante Seite Rabats zeigt.
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Neues Großes Theater von Rabat: Ein Symbol der zeitgenössischen marokkanischen Kultur, das moderne Architektur und traditionelle Ästhetik miteinander verbindet.
Meknès: die Stadt von Moulay Ismail
Eine Geschichte voller Größe
Meknès erlebte seine Blütezeit unter der Herrschaft von Moulay Ismail (1672–1727), der die Stadt zu einem „marokkanischen Versailles“ machen wollte. Für den Bau seines riesigen Palastes setzte der Sultan 50 Jahre lang 55.000 Arbeiter ein, was ein Zeugnis seines unerschütterlichen Willens zur Größe ist.
Die verborgenen Schätze von Meknès
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Königliche Getreidespeicher und Stallungen Heri es-Souani: Ein beeindruckendes Ensemble, das die Pracht jener Epoche widerspiegelt. Die Stallungen boten Platz für bis zu 12.000 Pferde und symbolisierten die schier grenzenlose Macht des Sultans.
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Tor Bab Mansour: Ein monumentales Stadttor als Meisterwerk der almohadischen Architektur, das zu einem der schönsten Plätze Marokkos führt.
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Place El Hedim: Ein authentischer Ort, mit lebhaften Märkten und einer pulsierenden Atmosphäre, an dem du die Seele der Stadt spüren kannst
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Mausoleum von Moulay Ismail: Ein Wallfahrtsort für viele Marokkaner, wo der Sultan ruht, der die Geschichte der Stadt für immer geprägt hat.
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Medersa Bou Inania: Ein Juwel der Meriniden-Architektur, in dem sich marokkanische Kunst in all ihrer Pracht entfaltet.
Die ideale Route durch die königlichen Städte Marokkos
Damit du jede dieser Städte in vollen Zügen genießen kannst, empfehlen wir dir folgende Reihenfolge:
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Rabat: Starte deine Reise in der modernen und historischen Hauptstadt Marokkos, die dank ihres internationalen Flughafens bestens erreichbar ist.
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Meknès: Weiter geht es zur „marokkanischen Versailles“, nur 1,5 Stunden von Rabat entfernt. Diese etwas intimere Stadt bietet ein authentisches und weniger touristisches Erlebnis.
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Fès: In weniger als einer Stunde erreichst du die spirituelle Hauptstadt des Landes. Bereite dich darauf vor, dich in der jahrtausendealten Medina zu verlieren, einem echten Museum unter freiem Himmel.
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Marrakesch: Den krönenden Abschluss bildet die lebhafte „rote Stadt“, die du bequem mit dem Zug, dem Auto oder dem Flugzeug erreichst.
Wann solltest du die königlichen Städte besuchen?
Das marokkanische Klima variiert je nach Region, und jede Jahreszeit hat ihre eigenen Vorzüge:
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Frühling (März bis Mai): Die beste Reisezeit für milde Temperaturen und grüne Landschaften.
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Sommer (Juni bis August): In Fès und Marrakesch kann es sehr heiß werden, während Rabat dank seiner Atlantiknähe angenehmer bleibt.
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Herbst (September bis November): Eine angenehme Jahreszeit mit moderaten Temperaturen.
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Winter (Dezember bis Februar): Ideal, wenn du den großen Menschenmassen ausweichen möchtest, auch wenn die Abende kühl werden können.
Für alle Details zu Klima, Wetter und Temperaturen in den einzelnen Regionen empfehlen wir dir unseren Artikel: „Beste Reisezeit Marokko: Klima, Jahreszeiten und Tipps“. Dort findest du alles, was du für die Planung deiner Reise zum richtigen Zeitpunkt brauchst.
Von der Stadt ins Gebirge: das Abenteuer geht weiter
Die königlichen Städte Marokkos eröffnen dir ein reiches kulturelles und historisches Erbe, doch das Land hat noch so viel mehr zu bieten. Unser Marokko Roadtrip ist ideal, um die ganze Vielfalt des Landes zu entdecken: von historischen Medinas über imposante Berge bis hin zu spektakulären Wüstenlandschaften und einer bezaubernden Küste. In einer Woche erlebst du das kulturelle Erbe Marokkos und seine schönsten Routen – 8 Tage, ab 750 Euro.
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FAQ: Deine Fragen über die königlichen Städte Marokkos beantwortet
Wie viel Zeit braucht man für die Besichtigung der königlichen Städte?
Plane mindestens 8 Tage für eine komplette Rundreise durch alle vier Städte ein. Ideal sind 10 bis 12 Tage, um jede Stadt wirklich in Ruhe zu entdecken.
Kann man die königlichen Paläste besichtigen?
Die königlichen Paläste sind in der Regel nicht öffentlich zugänglich, doch ihre monumentalen Tore und weitläufigen Vorplätze sind frei begehbar und auf jeden Fall einen Abstecher wert.
Wie kommt man zwischen den königlichen Städten von einer zur nächsten?
Der Zug ist das praktischste und komfortabelste Transportmittel. Das ONCF-Netz verbindet alle vier Städte miteinander. Alternativ kannst du auch ein Auto mieten oder die Buslinien Supratours und CTM nutzen.
Braucht man einen Reiseführer für die Medinas?
Für einen ersten Besuch ist ein Guide sehr empfehlenswert, besonders in Fès, wo die Medina ein echtes Labyrinth ist. Er zeigt dir versteckte Orte und hilft dir, die Geschichte besser zu verstehen.
Welche königliche Stadt hat die besten Souks?
Fès ist bekannt für sein authentisches Handwerk, während Marrakesch die größte Vielfalt bietet. In Meknès erlebst du eine lokale Atmosphäre und findest oft günstigere Preise.